valz.de
Sonntag, 3. Dezember 2006
Herbst=Frühling


Hallo Allerseits,
vorab erstmal sorry, dass ich in letzter Zeit so faul war und Euch nicht wirklich über das was so passiert ist informiert habe. Auf der anderen Seite, habe ich jetzt auch wirklich ein bisschen was, über das ich schreiben und erzählen kann - hab mich ja schließlich mehr als einen Monat lang nicht gemeldet.
Anfang meiner 8. Woche hab ich mich das letzte Mal gemeldet. Da war die Welt ja noch in Ordnung ;). Damals gab es noch fast immer Wind, warme Sonnenstrahlen und ganz wichtig: keine Zeitumstellung. Diese letzte Woche haben wir daher dementsprechend genutzt und haben das längere Tageslicht für kleine - sogenannte 'desperate action sessions' - nach der Uni noch genutzt. Die paar Bilder hier z.B. entstanden bei fast keinem Wind im schwindenden Tageslicht am Stadtstrand von Cádiz.







Das Wochenende wurde jedoch Levante angemeldet, der allerdings furchtbar böig und stark war. So wurde nicht viel aus Wassersport und wir hielten den üblichen Strandtratsch mit den anderen Kitern am Strand. So lernten wir Niko kennen. Niko war wie wir vor einem Jahr Sprachschüler in der Spanischschule von Tarifa und auch sonst ein ganz spannender Zeitgenosse. So kam es dann, dass er uns mit nach Cádiz begleitete und wir abends zusammen die Stadt unsicher machten. Doch Irene konnte sich es nicht nehmen lassen und genoss das Abendlicht und die sauberen Wellen.





Der Herbst scheint hier langsam angekommen zu sein. Wobei die Frage wirklich berechtig sein muss, ob hier der Herbst nicht viel mehr Frühling bedeutet. Seit einigen Wochen verwandelt sich die verbrannte Landschaft hier in grüne Hügel die vielmehr an Neuseeland als an Südspanien erinnern. (siehe Foto ganz oben).

Neben diesem Wochenendprogramm wurde die Uni auch langsam anspruchsvoller bzw. verlangte mehr Arbeitseinsatz für Präsentationen, Hausaufgaben und Schnelltests. Alles in allem sind die Fächer jedoch immer noch einfach und machbar - selbst auf Spanisch. Dieses wird ja schließlich auch immer besser, auch wenn man manchmal Tage hat an denen sich die Zunge verknotet hat und einem die einfachsten Worte nicht mehr einfallen. In zwei Wochen geht unser Sprachkurs hier an der Uni zu Ende und so heißt es zur Zeit die komischsten Sonderregelungen der Subjuntivos zu pauken (einer Verbform die von Spaniern und Franzosen erfunden wurde, um Ausländern, Schülern und Studenten das Erlernen der Sprachen zu verkomplizieren ;) ).

In Woche 11. - also Anfang November bekamen wir Besuch von drei Freunden aus Bamberg die ebenfalls das Kitefieber gepackt hat. Leider war der Wind nicht ganz so perfekt, aber im Gegensatz zu der Woche vorher und den Wochen danach überhaupt vorhanden. So genossen wir z.B. die unglaubliche Kulisse eines Spots namens Palmones. Direkt in der (Hafen)Bucht von Algeciras gelegen, mit Blick auf den imposanten Felsen von Gibraltar und die vor Anker liegenden Hochseetanker. Leider hatte ich meine Fotokamera nicht mit dabei - aber das nächste Mal wenn wir dort sind, reiche ich die Bilder nach. Die Woche war echt lustig und ich glaube wir hatten alle eine Menge Spaß.
Doch leider sollte die gute Stimmung nicht ganz so lange anhalten wie geplant. Am Samstag den 11.11.- fast pünktlich zum Faschingsanfang - durften wir uns mit gelben Warnwesten verkleiden, da uns ein Autofahrer übersehen hatte, uns die Vorfahrt genommen und gerammt hatte. Gott sei Dank ist Niemandem etwas Schlimmeres passiert. Dumm nur, dass nicht nur das Auto des Autofahrers sondern auch Irenes Auto - unser Kitemobil und roter Teufel - einen Totalschaden hat. So wurden wir unserer Mobilität, die besonders auf der Jagt nach dem besten Wind und der schönsten Welle so wichtig ist, beraubt. Bis heute hat sich von Seiten der spanischen Versicherung nicht viel getan, aber darauf wurden wir ja schon von der Polizei am Unfallort hingewiesen, dass das Alles ein bisschen länger dauert.



Um nicht in Einsamkeit zu verfallen nachdem uns dann am Montag die Bamberg Freunde wieder verlassen hatten, bekamen wir für zwei Wochen einen Hund zur Pflege, da sein Herrchen kurz nach Deutschland zurück musste. Mila hieß die Gute und ist uns allen super ans Herz gewachsen. So wurde frische Luft schnappen gehen für uns zur tägliche Routine und das traf sich auch ganz gut, da seit dem Unfallwochenende der Wind sehr sparsam war und uns so die Bewegung gut tat. Wir haben sogar mit Schwimmen angefangen um uns fit zu halten. Wobei ich dabei sagen muss, dass es für mich immer noch viel Arbeit zu tun gibt um dann einmal mit Irene mithalten zu können, die mir auf 1km Kraul immer noch 200m abnimmt. Naja, es kann ja nur besser werden.









Letztes Wochenende bekamen wir dann mal wieder Besuch. Linda kam und wir hatten ein - je nach Blickwinkel - Gott sei Dank bzw. leider ein windstilles, langes Wochenende. Aber es war schön doch wie sich jeder vorstellen kann natürlich viel zu kurz. Aber in mittlerweile weniger als zwei Wochen fliegen wir ja mal wieder nach Hause.
Nun gut, Das waren jetzt einmal die wichtigsten Ereignisse der letzten 5 Wochen. Das nächste Mal lass ich dann nicht so lange auf ein Update warten - Versprochen!
Liebe Grüße, Euer Valle

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